Die Vorstellung vom 8. Nov. 2017 "Von der Lust, der Liebe und der Leidenschaft" ist AUSVERKAUFT. 

Die Vorstellung vom 09. Nov. ist ausverkauft. 
Wir freuen uns sehr Sie an einem anderen Datum wieder bei uns begrüssen zu dürfen.

   

Gehören Sie auch zu jenen Freundinnen und Freunden des Märchens, welche die Märchenspaziergänge 2017 verpasst haben?

Im September 2018 finden wieder Märchenspaziergänge  im und um Schloss Meggenhorn statt. Die Daten werden anfangs März 2018 an dieser Stelle und per Newsletter publiziert. 

Start der Herbstserie am 19. Okt. 2017

  

 

Überall poppen zurzeit Pilze aus dem Boden. Untrügliche Anzeichen für den fortschreitenden Herbst und somit auch für den nahenden Beginn der Herbstserie der Abendspinnereien (zum Programm). Ab dem 19. Okt. gibt es an sechs Abenden herbstliche, herzerwärmende und leidenschaftliche Märchen zu hören. Zum Aufwärmen ein kleines Amuse bouche aus dem Leben eines Steinpilzes.

 

Eiche und Steinpilz

Neben einem jungen Eichenbäumchen schoss ein Steinpilz aus der Erde. Schön rundlich und mit einer keck aufs Ohr geschobenen Mütze.
«Wie alt bist du, Freundchen? «fragte er den Eichenbaum.
«Ich werde bald fünf Jahre alt», antwortete das Bäumchen
«Ich fange grad erst zu wachsen an, bin aber schon fast so gross wie du. Was glaubst du, wie ich noch wachse! Rück beiseite, Freund, sonst reicht mir der Platz nicht aus.»
«Gedulde dich doch bitte noch drei Tage», sagte das Eichenbäumchen besorgt, «dann wollen wir weiter sehen.»
Es verging ein Tag, dann der zweite, der Steinpilz wuchs und wurde tatsächlich immer grösser. Das Bäumchen begann, sich ernstliche Sorgen zu machen. Aber am dritten Tag neigte sich der Steinpilz bedenklich der Erde zu.
«Bäumchen, stehst du noch?» fragte der Pilz.
«Jawohl», erwiderte die Eiche.
«Mich schwindelt, ich glaube, ich falle gleich um», klagte der Pilz. 
Der Steinpilz wurde madig, faulte und vermoderte, die Eiche aber steht noch heute.

Quelle: Baummärchen aus aller Welt, Djamila Jaenike, Mutabor Verlag, Lützelflüh 2010

Für die Märchenspaziergänge von Di. 5. und Mi. 6. Sept. 2017 werden keine online Reservationen mehr entgegengenommen! Vor Ort werden an der Abendkasse je 30 weitere Plätze in der zeitlichen Reihenfolge vergeben. 

Grundsätzlich nehmen wir 100 Online-Reservationen entgegen und danach werden weitere 30 Plätze an der Abendkasse vergeben. Die maximale Teilnehmerzahl von 130 kann aus sicherheitstechnischen Gründen nicht überschritten werden. Die Abendkasse ist ab 19 Uhr geöffnet und die Vergabe geht nach dem Prinzip first come - first serve (Vergabe der Tickets nach der zeitlichen Reihenfolge).

Märchenspaziergang 2017 in Schloss und Schlosspark Meggenhorn

- zum Thema Freundschaft am Di. 5. und Mi. 6. September 2017 im Schloss Meggenhorn um 19.30

'Es ist kein Geld doch macht es reich, ein Herz aus Stein wird davon weich, es ist etwas was der Teufel nicht kennt, etwas das man Freundschaft nennt.' (unbekannt)

Wie werden falsche von wahren Freundschaften unterschieden?
Welches sind die Grenzen einer Freundschaft?
Wie wird grenzenlose Treue gewürdigt?

Während jedem Märchenspaziergang erzählen je sechs Erzählerin ganz unterschiedliche Geschichten mit unglaublichen und auch ganz einfachen Lösungen zu diesen drei Fragen.

 

 

Zwischen Frühling und Winter

<Im Leben geht es nicht darum zu warten, bis das Unwetter vorbeizieht, sondern darum zu lernen im Regen zu tanzen.> (unbekannt)

Das aktuell wechselhafte Aprilwetter macht seinem Namen alle Ehre und fordert uns geradezu heraus, mit dem Sprichwort im Alltag klar zu kommen. Das Programm der Frühlingsserie 2017 bietet kleine Lebenshilfen dazu: herzerwärmend, jauchzend und äusserst verführerisch.

Jahresprogramm 2017 - alle Daten auf einen Blick!

Frühlingsserie in der Loge, Luzern

Do. 18. Mai mit Inge Hauenschild und Martina Frey

Mi. 24. Mai mit Irène Brun, Romy Zweili und Sibylle Amrein

Mi. 31. Mai mit Rita Schmid und Gasterzählerin Edith Bratschi

Fr. 2. Juni mit Heike Freiesleben und Tina Tobler

Mi. 14. Juni mit Gabriela Bonetti, Sonja Riedi und Zita Bär (Gesang)

Mo. 19. Juni mit Brigitta Gemsch und Christel Müller

Märchenspaziergänge im und um Schloss Meggenhorn zum Thema Freundschaft

Di. 5. und Mi. 6. Sept. 

Herbstserie in der Loge, Luzern

Do. 19. Okt. mit Inge Hauenschild und Martina Frey

Mi. 25. Okt. mit Brigitta Gemsch und Sibylle Amrein

Do. 2. Nov. mit Romy Zweili und Sonja Riedi

Mi. 8. Nov. mit Heike Freiesleben und Tina Tobler

Do. 16. Nov. mit Christel Müller und Gabriela Bonetti

Mi. 29. Nov. mit Irène Brun und Rita Schmid

 

Frühlingserwachen um und in uns

Kein Ablauf in der Natur, den wir nicht in unserem Inneren gespiegelt finden. Seit Lichtmesse (Mitte Februar) werden die Tage spürbar länger, Körper und Seele tanken mehr Sonnenstunden. Standvögel wie der Graureiher haben im Februar mit dem Nestbau begonnen, die ersten Rückkehrer, wie beispielsweise die Misteldrossel lassen seit Mitte Februar ihren wohltönenden Schlag vernehmen. Schneeglöckchen (Schneeglöckchen-Märchen) und Haselblühten künden unwiderruflich vom Frühling wie auch die grünseidig-grausamtenen, so treffend von Christian Morgenstern beschriebenen Weidekätzchen.

Und - auch in uns regt sich dieses Sehnen und der bevorstehende äussere Aufbruch spiegelt sich in drängenden Gedanken und Taten.

Das bekannte Grimm- Märchen „Der goldene Schlüssel“ kann auch unter diesem Blickwinkel betrachtet werden. Der goldene Schlüssel, der sobald er einmal gefunden wurde, mit seiner Passgenauigkeit den Deckel des verschlossenen Kästchens mit einem Male aufspringen lässt, könnte zur Metapher werden, für den wiederkehrenden Frühling in uns,  welcher nach dem Ruhen und dem unsichtbaren Werden in der äusserlich starren Winterszeit, jäh aufbrechen will.

Gerne schliessen wir uns in diesem Sinne dem irischen Segenswunsch an: „Mögest du hundert Frühlinge erleben, aber nur einen Herbst.“

Ihre Abendspinnereien

Märchen: Der goldene Schlüssel

Zur Winterszeit, als einmal ein tiefer Schnee lag, mußte ein armer Junge hinausgehen und Holz auf einem Schlitten holen. 

Wie er es nun zusammen gesucht und aufgeladen hatte, wollte er, weil er so erfroren war, noch nicht nach Haus gehen, sondern sich erst Feuer anmachen und ein Bischen wärmen. Da scharrte er den Schnee weg, und wie er so den Erdboden aufräumte, fand er einen goldnen Schlüssel. Nun glaubte er, wo der Schlüssel wäre, müßte auch das Schloß dazu seyn, grub weiter und fand ein eisernes Kästchen; ei, dachte er, wenn der Schlüssel nur paßt, denn es waren gewiß wunderbare und köstliche Sachen darin. Er suchte, aber es war kein Schlüsselloch da, endlich fand er doch noch ein ganz kleines, und probirte, und der Schlüssel paßte gerad, da drehte er ihn einmal herum, und nun müssen wir warten, bis er vollends aufgeschlossen hat, dann werden wir sehen, was darin liegt. (Bürder Grimm KMH 200)

Die längste Nacht und die drei goldigen Haare

Am 21. Dezember wurde am dunkelsten Tag des Jahres das Licht neu geboren, welches nun während einem halben Jahr beständig an Kraft gewinnen wird. Wenn das nicht hoffnungsvoll stimmt? Doch vom Hellerwerden ist in dieser dunkelsten Zeit des Jahres noch nichts zu spüren, und intuitiv ziehen sich 

die Menschen in ihr Inneres und ihre Wohnungen zurück. Dort pflegen sie in ihren Herzen das immer brennende Licht mit Kerzen, Meditationen, Schlafen, Zeit mit Freunden und Familie - und Märchenerzählen.

Unser herzliches Dankeschön gilt Ihnen allen, denn ohne die Treue unserer Zuhörerinnen und Leser gäbe es auch uns Abendspinnereien nicht. Als dankbare Geste finden Sie unten dieses kleine, ungemein kräftige Zaubermärchen von den drei goldigen Haaren, welches genau so treffend die Wiedergeburt des Lichts am Tag der Wintersonnwende, wie auch den täglichen Sonnenaufgang in ein kräftiges Bild fasst.

Auf dass Sie alle das Zitat aus China in allen Dunkeln Zeiten begleiten möge. Ihre Abendspinnereien

Alle Dunkelheit der Welt reicht nicht, um das Licht einer einzigen, kleinen Kerze auszulöschen.


Die drei goldenen Haare (Slawisches Märchen)

Es war einmal ein alter Mann. Mitten in der Nacht, in einer dunklen Nacht, ging er durch den Wald. Sein Licht war fast abgebrannt, und nur mühsam fand er den Weg. Da sieht er in der Ferne einen Schein, und Rauch steigt auf. Er geht darauf zu, und als er die Waldhütte erreicht, ist sein Licht niedergebrannt. Kaum, dass er die Türe aufgestossen hat, sinkt er erschöpft zu Boden. Am Feuer sitzt eine alte Frau, die Uralte. Als sie den Mann sieht, steht sie auf, geht zu ihm hin und trägt ihn zum Feuer. Da wiegt sie den Alten in ihrem Schoss, und sie summt: „m-mm, m-mm, m-mm“ sie wiegt ihn in den Schlaf. Die ganze Nacht lang wiegt sie ihn und singt dazu ein altes Lied. Noch bevor der Morgen graut, ist der Alte zu einem jungen Mann geworden, zu einem Jüngling mit goldenem Haar. Die Alte singt weiter: „m-mm, m-mm, m-mm“ und der Jüngling schläft.

Als der Morgen dämmert, ist aus dem Jüngling ein Knabe geworden, und als die Nacht dem Morgen weicht, da zupft die Alte dem Kind drei goldene Haare aus und wirft sie auf den Boden. „Ping - ping - ping“. Da wacht das Kind auf, die Alte lässt das Kind von ihrem Schoss, er läuft zur Tür, öffnet sie, und als Morgensonne steigt er zum Himmel hinauf.

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Mehr zu den einzelnen Erzählerinnen finden sie hier